CLICCS
and Society (CLICCS)
Foto: UHH/Denstorf
27. August 2026, von Lioba Thaut

Foto: Adobe Stock, Irina, generated with AI
Eine neue Auswertung der Langzeitstudie „Down2Earth“ der CLICCS-Forschenden Anne Reif, Nele-Sophie Brebeck und Michael Brüggemann zusammen mit Lars Guenther der Ludwigs-Maximilian Universität München zeigt: In Deutschland unterstützt die Mehrheit weiterhin den Klimaschutz.
Gleichzeitig nimmt jedoch die Zustimmung zu konkreten klimapolitischen Maßnahmen kontinuierlich ab. Die Studie untersucht seit 2015 Einstellungen, Verhalten und Mediennutzung der deutschen Bevölkerung zu Klimawandel und Klimapolitik. Die aktuellen Befunde basieren auf einer Befragung von mehr als 1000 Personen im November 2025.
Während die Unterstützung für Klimaschutz insgesamt weiterhin hoch ist, sinkt die Bereitschaft, ihn über konkrete Maßnahmen umzusetzen. Parallel wächst die Gruppe der Menschen, die Klimawandel leugnen oder die Existenz eines Erwärmungstrends infrage stellen – wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen, die sich verunsichert zeigen und Orientierung suchen.
Als zentrale Informationsquelle gilt weiterhin das öffentlich-rechtliche Fernsehen, gefolgt von Radio, und danach privaten Fernsehsendern. Damit bleibt ein klassischer Medienkanal besonders wichtig, um verlässliche Informationen zu Klimawandel und Klimapolitik breit in der Bevölkerung zu verankern.
Die Forschenden sehen in der wachsenden Gruppe der sogenannten Unentschiedenen, also Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie vom Klimawandel überzeugt sind oder ihn leugnen, nicht nur ein Problem, sondern eine Chance: Viele dieser Personen sind verunsichert, weisen jedoch zugleich ein erhöhtes Informationsbedürfnis und viel Gesprächsbereitschaft auf.
Was heißt das vor allem für Medien und Journalismus? Wenn die Aufmerksamkeit sinkt, wird Klimajournalismus umso wichtiger: dranbleiben, einordnen, Zielkonflikte und Blockierer benennen – und zugleich gelungene Beispiele zeigen. Denn Klimaschutz braucht nicht nur Fakten, sondern auch ein Gesprächsklima, in dem das Thema seiner Relevanz angemessen behandelt und lebensnah erzählt wird.
Michael Brüggemann sieht daher einen klaren Auftrag für die Medien: „Der Journalismus sollte sich nicht hinter zurückgehendem Interesse an Klimaschutz verstecken. Das Publikum orientiert sich stärker an der Agenda der Medien als umgekehrt. Das Thema Klimaschutz gehört daher ganz oben auf die mediale Agenda – und für die zählt Relevanz.“