Hamburg Climate Futures Outlook 2023
Hamburg Climate Futures Outlook 2023

Foto: CLICCS, Universität Hamburg
Ziel des Hamburg Climate Futures Outlook 2023 ist es, die Plausibilität bestimmter, genau definierter Szenarien von Klimazukünften systematisch zu analysieren und zu bewerten: Dies erfolgt auf Basis aktueller Erkenntnisse über soziale Treiber und physikalische Prozesse. Wir haben untersucht, wie plausibel diejenigen Klimazukünfte sind, die im Pariser Abkommen von 2015 vorgesehen sind, nämlich die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und – wenn möglich, auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau.
Hauptaussagen1,5 Grad-Ziel nicht plausibel: Gesellschaftlicher Wandel wichtiger als physikalische Kipppunkte
Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius ist derzeit nicht plausibel. Das zeigt eine neue zentrale Studie des Exzellenzclusters Climate, Climatic Change, and Society (CLICCS) der Universität Hamburg. Klimapolitik, Proteste, Ukraine-Krise: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prüften systematisch, inwieweit gesellschaftliche Veränderungen auf dem Weg sind – kombiniert mit einer Analyse physikalischer Prozesse, die als Kipppunkte diskutiert werden. Fazit: Entscheidend für das Einhalten der Temperaturgrenzen von Paris ist der soziale Wandel. Bisher ist der jedoch unzureichend. Vor diesem Hintergrund muss auch Klimaanpassung anders aufgestellt werden.
Hauptaussagen in Kürze
→ Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens wird realistischerweise nicht eingehalten werden. Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius kann sich als plausibel erweisen, wenn die Ambitionen deutlich erhöht, Maßnahmen konsequent umgesetzt und Wissenslücken geschlossen werden.
- Keiner der zehn untersuchten gesellschaftlichen Treiber unterstützt eine umfassende Dekarbonisierung bis 2050. Die Treiber Unternehmensstrategien und Konsumverhalten verhindern nach wie vor Fortschritte in Richtung Dekarbonisierung, ganz zu schweigen in Richtung umfassender Dekarbonisierung.
- Die physikalischen Prozesse Auftauen des Permafrosts, Instabilität der atlantischen Umwälzpumpe (AMOC) und Absterben des Amazonaswaldes stehen den Temperaturzielen des Pariser Klimaabkommens leicht entgegen.
- Die Bewertung der gesellschaftlichen Treiber zeigt, dass die Handlungsmacht der Gesellschaft maßgeblich Einfluss darauf hat, wie sich Klimazukünfte entwickeln.
- Gleichzeitig ist die Handlungsmacht der Gesellschaft geprägt von Ungerechtigkeit und sozialer Ungleichheit. Diese stehen einer umfassenden Dekarbonisierung bis 2050 im Weg.
- CLICCS legt grundlegende Prinzipien für die Bewertung von nachhaltigen Anpassungsstrategien vor.





