CLICCS
and Society (CLICCS)
Foto: UHH/Denstorf
31. März 2026

Foto: UHH/CLICCS/A. Linke
Politik und Wirtschaft handeln verzögert, der Konsum wird nicht klimafreundlicher, ein Rechtsruck macht Klimaskepsis salonfähig und in Teilen der Bevölkerung schwindet der Rückhalt. Ein Team um Prof. Stefan Aykut, Dr. Anna Fünfgeld und Vertr.-Prof. Eduardo Gresse hat die gesellschaftlich relevanten Schlüsselprozesse analysiert und zieht Bilanz: Derzeit ist kaum realistisch, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werden kann.
Die Studie zeigt, dass Klimaneutralität nur durch einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel erreichbar ist. Dazu gehören verbindliche Vorschriften und Gesetze, denn freiwillige Selbstverpflichtungen, etwa von Unternehmen, reichen bisher nicht aus. Weitere Voraussetzungen sind ein handlungsfähiger Staat und eine Bevölkerung, die Klimaschutz unterstützt und mitgestaltet.
„Druck aus der Gesellschaft hat entscheidenden Einfluss auf die Politik“, sagt Stefan Aykut. Doch Proteste für mehr Klimaschutz sind laut Studie deutlich zurückgegangen. Hilfreich sei es hingegen, Allianzen in den Kommunen zu schmieden, etwa um klimafreundliche Infrastruktur oder Wärmenetze aufzubauen. „Klimaklagen sind ebenfalls ein effektives Mittel für mehr Klimaschutz“, so Aykut. Das Team erstellte dazu die erste umfassende Datenbank mit aktuell 175 Klimaklagen in Deutschland.
Der Artikel wurde im CLICCS Quarterly veröffentlicht, den Forschungsnews des Exzellenzclusters "Climate, Climatic Change, and Society".